Der Devisenmarkt (FX oder Forex) ist einer der grössten und liquidesten Finanzmärkten auf der Welt. Nach dem autoritativen Triennial Central Bank Survey der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel überstieg der durchschnittliche tägliche Umsatz im April 2007 3,2 Trillionen USD, and es gibt Hinweise darauf, dass der Markt weiter wächst. Der Spotmarkt ist für etwa ein Drittel der Aktivitäten auf dem Devisenmarkt verantwortlich.
Devisenhandel ist einfach zu verstehen, wenn man sich einmal vergewissert hat, dass eine Währung effektiv eineWare ist, deren Wert sich gegenüber anderen Währungen verändern kann, wie auch gegenüber anderen Vermögenswerten wie Gold und Öl.
In einer FX-Transaktion wird eine Währung im Austausch für eine andere verkauft. Der Kurs drückt den relativen Wert zwischen den beiden Währungen aus. Währungen sind normalerweise durch eine dreistellige Folge, den sogenannten Swiftcode, identifiziert. Zum Beispiel ist EUR = der Euro, USD = der US-Dollar, CHF = der Schweizer Franken, usw. Eine vollständige Liste der Codes finden Sie hier. Ein EUR/USD-Kurs von 1,5000 bedeutet, dass ein Euro 1,5 Dollar wert ist.
Manchmal werden EUR/USD als Währungspaar bezeichnet. Der Kurs lässt sich auch umgekehrt darstellen. Ein EUR/USD-Kurs von 1,5000 ist also gleichbedeutend mit einem USD/EUR-Kurs von 0,6666. Mit anderen Worten, ein Dollar ist 0,6666 Euro wert. Die Marktkonvention besagt, dass die Kurse der meisten Währungen in Dollar ausgedrückt werden, doch gibt es prominente Ausnahmen, wie etwa den bereits erwähnte Fall von EUR/USD, GBP/USD (das Pfund Sterling) und AUD/USD (der australische Dollar). Das ist nicht so verwirrend, wie es sich anhören mag.
Im Grunde gibt es zwei Arten von Wechselkurssystemen:
In einem flexiblen Währungskurssystem hat eine Währung die „Freiheit“ zu fluktuieren, und ihr Wert wird durch die Kräfte des Marktes bestimmt.
In einem festen Währungskurssystem ist es einer Währung nicht gestattet, im Preis frei zu fluktuieren. Stattdessen wird ihr Wert gegenüber einer einzelnen Währung, etwa dem US-Dollar, festgesetzt, oder gegenüber einem Währungskorb. In einem festen System benutzt die lokale Zentralbank ihre Währungsreserven dazu, Kursbewegungen zu vermeiden.
Es gibt zahlreiche Faktoren, die den Marktwert einer frei fluktuierenden Währung bestimmen, von internationalen Handelsströmen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen, und der Höhe der Zinssätze bis hin zu einfachen kurzfristigen Mechanismen von Angebot und Nachfrage. Anders als viele andere Vermögenswerte ist der Devisenhandel ein reiner Markt, und Kurse bewegen sich frei auf und ab.
Der Devisenmarkt ist überwiegend ein OTC oder Over-the-Counter-Markt. Der Handel findet grösstenteils nicht an einem einzigen regulierten Handelsplatz statt. Dies ist der Hauptgrund, weswegen der Devisenmarkt trotz seiner enormen Grösse für viele Anleger kompliziert erscheint. Technologische Neuerungen haben jedoch zu mehr Transparenz geführt und den Devisenmarkt für eine ganz neue Kategorie von Marktteilnehmern geöffnet. Der Devisenmarkt operiert praktisch 24 Stunden am Tag, 7 Tage pro Woche, und in wachsendem Umfang erfolgt der Handel elektronisch.
Es gibt zahlreiche verschiedene Kategorien von Teilnehmnern am Devisenmarkt, und häufig suchen sie nach sehr verschiedenen Ergebnissen, wenn sie handeln. Obgleich der Devisenmarkt oft als Nullsummenspiel beschrieben wird – was ein Anleger verdient, verliert ein anderer, - gibt es aus diesem Grund zahlreiche Gelegenheiten, Geld zu verdienen. Der Devisenhandel lässt sich als grosser Kuchen denken, von dem jeder ein stattliches Stück abbekommen kann.
Traditionell waren die Banken die Hauptteilnehmer am Devisenmarkt. Sie sind immer noch dem Marktanteil nach die grössten Akteure, aber die Transparenz hat den Devisenmarkt viel demokratischer gemacht. Jetzt hat fast jeder Zugang zu denselben, extrem engen Preisen, die auf dem Interbankmarkt notiert werden.
Banken sind nach wie vor die Hauptakteure am Devisenmarkt, aber eine neue Kategorie von Marktmachern, wie etwa Hedgefunds und Terminhandelsberater sind im Verlauf des letzten Jahrzehnts aufgetaucht.
Zentralbanken können ebenso eine wichtige Rolle auf dem Devisenmarkt spielen, während internationale Konzerne aufgrund des Währungsrisikos, dem sie ausgesetzt sind, ein natürliches Intresse daran haben zu handeln.
Der Devisenhandel von Kleinanlegern ist über das letzte Jahrzehnt hinweg rapide gewachsen, und während es
Während der Devisenhandel grösstenteils im Freiverkehr stattfindet, gibt es auch einen recht dynamischen und erfolgreichen Markt für Terminkontrakte. Der Umsatz auf dem in Chicago beheimateten CME beträgt etwa 85 Milliarden USD am Tag. Verschiedene andere Börsen bieten auch Währungsterminkontrakte an.
Typischerweise beziehen sich Spotpreise auf eine T+2 Abwicklung. Das bedeutet, dass Transaktionen, die nicht mit anderen verrechnet werden, nach zwei Werktagen abgewickelt werden. Terminkontrakte werden tendenziell nach drei Monaten fällig und werden daher quartalsweise abgewickelt, üblicherweise im März, Juni, September und Dezember. Daher sehen Preise für Terminkontrakte oft anders aus als Kassapreise. In Wirklichkeit korrelieren sie fast 100%. Der Devisenmarkt ist zu effizient, um nicht jede Preisdifferenzen durch Arbitrage zu beseitigen. Die Preise von Terminkontrakten beinhalten den Terminkurs von Währungspaaren.
Im Allgemeinen werden Preise von Terminkontrakten in US-Dollar gegenüber der fraglichen Währung angegeben—in anderen Worten, der Preis eines Termingeschäfts ist die Inversion des Spotkurses, zuzüglich des Rolloverpreises bis zum Fälligkeitsdatum. Dies wiederum ist nicht so schwierig, wie es klingt.
Wo man handelt, ist eine Frage des Geschmacks, und sowohl der ausserbörsliche wie der Markt für Terminkontrakte hat seine Verdienste. Aber der ausserbörsliche Markt ist oft flexibler, und es lässt sich dort im Allgemeinen billiger handeln.
Markttätigkeit rund um die Uhr
FX ist ein globaler Markt, der nie schläft. Er ist fast sieben tage die Woche 24 Stunden am Tag aktiv. Die meiste Aktivität findet zwischen dem Zeitpunkt statt, zu dem am Montag der Markt in Neuseeland eröffnet wird, was in Europa am Sonntagabend ist, und dem Marktschluss in den Vereinigten Staaten am Freitagabend.
Liquidität
Der Forex-Markt ist riesig und expandiert noch weiter. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen übertrifft jetzt 3,2 Billionen USD. Die Technologie hat diesen Markt für fast jeden zugänglich gemacht, und Privatkunden sind in grosser Zahl dem Markt zugeströmt.
Hebel
Die Margin Ratio, also das Verhältnis von Einschuss zum eingesetzten Kapital, ist beim Währungshandel tendenziell höher als bei Aktien, weil er liquider ist-es gibt fast immer einen Preis bei Forex, und er ist tendenziell weniger Schwankungen unterworfen.
Enge Spreads
Spreads, die Differenz zwischenVerkaufs- und Kaufpreisen, sind bei FXwinzig. Vergleichen Sie einfach einen Preis von 2 Pip bei EUR/USD mit dem Preis sogar der aktivsten und liquidesten Aktie. Zudem gelten FX-Preise normalerweise für grössere Beträge als bei Aktien. Der Spread stellt die versteckten, intrinsischen Kosten beim Handeln dar, und bei FX sind sie minimal. Die Technologie hat diese engen Preise für fast jeden verfügbar gemacht.
Keine Kommssion und niedrige Transatkionskosten
Die Mehrheit des ausserbörslichen FX-Geschäfts ist kommissionsfrei und erfolgt zu so engen Spreads, dass die intrinsischen Kosten des Handls weit niedriger sind als bei anderen Vermögenswerten wie etwa Aktien.
Profitpotential unabhängig von der Marktrichtung
FX ist ein reiner Markt Preise können genauso leicht steigen wie fallen. Wenn ein Händler glaubt, das eine Währung im Begriff ist, billiger zu werden, dann gibt es selten Einfschränkungen beim Verkauf. Wenn allerdings die Position für mehr als einen Tag gehalten wird, sind die Haltekosten (cost of carry) zu beachten. Das Profitpotential existiert bei FX unabhängig davon, ob ein Händler kauft oder verkauft, und unabhängig davon, ob der Markt steigt oder fällt.
Gleichberechtigter Zugang zur Marktinformation
Trotz der Einführung der Bestimmungen zur besten Ausführung in Europa und den USA würden die wenigsten bestreiten, dass professionelle Händler und Analysten am Aktienmarkt im Vergleich zu individuellen Händlern enorme Wettbewerbsvorteile geniessen. Bei FX liegt der einzige Vorteil, den die grossen Banken haben, vielleicht beim Informationsfluss. Aber FX ist ein demokratischer Markt, wo praktisch alle Teilnehmer Zugang zu denselben variabln Informationen wie alle anderen haben.